
Fernwärme für Frankfurt
Der Wärmesektor ist ein wesentlicher Zielbereich des Klimaschutzplans der Stadt Frankfurt am Main, da er einen erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen verursacht.
Das Frankfurter Fernwärmenetz mit seiner momentanen Länge von 316 km ist ein zentraler Baustein der Externer Link zu Kommunalen Wärmeplanung. Zusätzlich zur Erweiterung des Netzes werden die Dekarbonisierung durch Ausbau Erneuerbarer Energien und Nutzung unvermeidbarer Abwärme, die Steigerung der Energieeffizienz bestehender Ressourcen sowie die Reduzierung von Energieverlusten angestrebt.
Fernwärme entsteht im MHKW Frankfurt durch das Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei werden Wärme und Strom parallel erzeugt.
In den Fernwärmeleitungen fließt Heizwasser mit einer Temperatur von bis zu 130°C und einem Druck von 13 bar. Angeschlossen an die Leitungen sind Privathaushalte sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen. Zahlreiche Hochhäuser in der Innenstadt nutzen Fernwärme im Sommer für die Klimatisierung.
Chronologie: Verbindung der Heizkraftwerke in Frankfurt
Die Nordweststadt wurde Ende der 50er Jahre als „Stadtteil ohne Schlote“ konzipiert. Ihr Energiekonzept basierte auf der Versorgung mit Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung. Diese kam aus der damals zeitgleich errichteten Abfallverbrennungsanlage mit angeschlossenem Heizkraftwerk.
Auch an anderen Stellen in der Stadt entstanden rund um die Heizkraftwerke Fernwärmenetze. Im Laufe der Zeit reifte die Idee, diese miteinander zu verbinden.
Nach umfangreicher Modernisierung (2003 bis 2009) und Gründung der MHKW GmbH (2006) begann schließlich der Ausbau der Fernwärmenetze in Richtung Süden.
2010 setzte man den ersten Spatenstich für die Fernwärmeleitung vom MHKW zum Neubau der Pumpstation am Uni-Campus Westend. Von 2014 bis 2017 wurde schließlich die insgesamt 13,5 Kilometer lange Fernwärmeleitung zu den Heizkraftwerken Messe, West und Niederrad fertig gestellt.
Eine besondere Herausforderung: Die Leitung zum Heizkraftwerk West führt unter dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes entlang. Im laufenden Betrieb wurde dafür in sechs Metern Tiefe ein 235 Meter langer Tunnel gebaut. Noch spektakulärer war die Unterquerung des Mains im weiteren Streckenverlauf. In einem 300 Meter langen Tunnel rund 15 Meter tief unter der Wasseroberfläche verläuft die Leitung nun auf die Südseite des Mains und weiter bis ins Heizkraftwerk Niederrad.
2010 setzte man den ersten Spatenstich für die Fernwärmeleitung vom MHKW zum Neubau der Pumpstation am Uni-Campus Westend. Von 2014 bis 2017 wurde schließlich die insgesamt 13,5 Kilometer lange Fernwärmeleitung zu den Heizkraftwerken Messe, West und Niederrad fertig gestellt.
Eine besondere Herausforderung: Die Leitung zum Heizkraftwerk West führt unter dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes entlang. Im laufenden Betrieb wurde dafür in sechs Metern Tiefe ein 235 Meter langer Tunnel gebaut. Noch spektakulärer war die Unterquerung des Mains im weiteren Streckenverlauf. In einem 300 Meter langen Tunnel rund 15 Meter tief unter der Wasseroberfläche verläuft die Leitung nun auf die Südseite des Mains und weiter bis ins Heizkraftwerk Niederrad.
Die Verbindung ermöglicht seit 2017 einen flexiblen Einsatz der Erzeugungsanlagen und eine erhöhte Versorgungssicherheit.
Neben dem Netzausbau waren für das neue Wärmeversorgungssystem umfangreiche Modernisierungen der Heizkraftwerke nötig. Seit 2009 hat Mainova insgesamt rund 150 Millionen Euro investiert. Dabei entfielen rund 60 Millionen Euro auf den Ausbau der Fernwärme und rund 90 Millionen Euro auf den Kraftwerksumbau.