Das Müllheizkraftwerk Frankfurt

Seit Errichtung der Abfallverbrennungsanlage (AVA) in den 1960er-Jahren als eine der ersten großen Müllverbrennungsanlagen in Deutschland wird der bei der Verbrennung von Siedlungsabfällen in der Anlage erzeugte Dampf in das benachbarte Heizkraftwerk (HKW) geliefert. Dort werden seit jeher mit dem Dampf Strom und Fernwärme für die Frankfurter Nordweststadt erzeugt.

Modellansicht des MHKW mit Schornstein und Anlagenteilen

1984 bis 1987 wurde die Technik der 1960er Jahre durch die moderne Technik der 1980er Jahre ersetzt. Auch in den folgenden Jahren wurden immer wieder umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt, um die Anlage auf dem bestverfügbaren Stand der Technik zu halten.

Das Jahr 2005 sollte zu einem entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte deutscher Abfallverbrennungsanlagen werden: Mit Inkrafttreten der TASi (Technische Anleitung Siedlungsabfall) am 1. Juni 2005 durften sämtliche Siedlungsabfälle – die Abfälle der grauschwarzen Tonne – nur noch thermisch oder biologisch vorbehandelt deponiert werden. Es musste der Hausmüll aus dem Hochtaunuskreis, dem Maintaunuskreis und anderen Gemeinden des Rhein-Main-Gebietes in der AVA Nordweststadt verbrannt werden. Damit wurden Ausbau und Modernisierung der Anlagen unumgänglich.

Um Synergien zu nutzen, entschlossen sich die Eigentümer der benachbarten Anlagen – die Stadt Frankfurt am Main und die Mainova AG – zu einem Zusammenschluss. Die Betreiber der AVA und des HKW – die FES GmbH und die Mainova AG – begannen mit den Planungen für den Betrieb eines hochmodernen Müllheizkraftwerkes, dem MHKW Frankfurt am Main.

Durch die gesteigerte Leistungsfähigkeit der modernisierten Anlage und der erhöhten Energieauskopplung konnte das Frankfurter Fernwärmenetz ausgebaut werden: der Campus Westend, die Stadtteile Riedberg, Eschersheim und Bockenheim wurden ebenfalls angeschlossen.

Seit Anfang 2025 verfügt das MHKW Frankfurt über eine genehmigte Verbrennungskapazität von 660.000 Tonnen pro Jahr. Die Erhöhung von zuvor 525.600 Tonnen wurde maßgeblich durch eine veränderte Betriebsweise erreicht. Insbesondere während der Heizperiode im Winter laufen alle vier Abfallverbrennungslinien im Parallelbetrieb, um möglichst viel Fernwärme zu produzieren.

Durch den optimierten Betrieb des MHKW Frankfurt im Verbundnetz der Mainova konnte der aus der Abfallverbrennung eingespeiste Wärmeanteil ins Frankfurter Fernwärmenetz von 25% im Jahr 2020 auf 30% im Jahr 2025 gesteigert werden (entsprechend eines Anstiegs der Fernwärmeausspeisung des MHKW Frankfurt von 433 GWh in 2020 auf 547 GWh in 2025).

Hierdurch musste weniger Fernwärme aus Steinkohle und Heizöl gewonnen werden. Um die so eingesparten CO2-Emissionen bewerten zu können, eignen sich die vom Externer Link zu Umweltbundesamt veröffentlichten Emissionsfaktoren für den Wärmebezug (Scope 3, d.h. es werden die Treibhausgasemissionen der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt).  Bei Fernwärme aus überwiegend Abfallverbrennung mit Kraft-Wärme-Kopplung (0,13 kg CO2e/kWh) werden nur halb so viele Treibhausgase emittiert wie bei Fernwärme aus überwiegend Kohleverbrennung mit Kraft-Wärme-Kopplung (0,26 kg CO2e/kWh). Dies hängt damit zusammen, dass Siedlungsabfall gegenüber rein fossilen Energieträgern den Vorteil aufweist, dass das freigesetzte CO2 fast zur Hälfte aus biogenen Quellen stammt. Biogenes CO2 leistet - im Gegensatz zum restlichen fossilen CO2-Anteil - keinen Beitrag zum Treibhauseffekt (Netto-Null-Emission) da das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 zuvor beim Wachstum der Organismen der Atmosphäre entzogen wurde. So ergibt sich ein deutlich niedrigerer Emissionsfaktor für die Fernwärmebereitstellung aus Abfallverbrennung.

  Durch die stetige gesetzliche Reduzierung der Grenzwerte für Luftschadstoffe in den Abgasen ist es nötig, auch die Rauchgasreiniungsanlagen stetig anzupassen, so dass die Grenzwerte jederzeit eingehalten werden und damit die Emissionen sinken.

Szene aus dem Video: Mitarbeitende arbeiten an einer Anlage

Häufige Fragen und Antworten

Nach Inkrafttreten der TASi (Technische Anleitung Siedlungsabfall) mussten Haushaltsabfälle vorbehandelt werden, bevor sie deponiert werden konnten. Die Modernisierung schuf die Grundlage für eine leistungsfähige thermische Verwertung und Energieerzeugung.

FES und Mainova haben ihre Entsorgungs- und Energiekompetenz gebündelt. Daraus entstand der Betrieb eines modernen Müllheizkraftwerks für Frankfurt und die Rhein-Main-Region.

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Luftbild des MHKW und angrenzender Anlagen

Wer steckt dahinter?

Mit der FES GmbH und der Mainova AG haben zwei Unternehmen ihre jahrzehntelange Erfahrung gebündelt. Gemeinsam betreiben sie das MHKW Frankfurt.

Mehr zur Betreibergesellschaft

MHKW Kontakt Anlagentechnik

Dr. Markus Sänger
Betriebsleiter

MHKW Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH
Heddernheimer Landstraße 157
60439 Frankfurt am Main

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